146511 SE Technologien der Information und Kommunikation zur Entwicklungsförderung
Sommersemester 2026 | Stand: 09.01.2026 | LV auf Merkliste setzenDie Studierenden sind in der Lage
- eine Vielzahl von Werkzeugen, Techniken und Methoden zur Gestaltung digitaler Lösungen anzuwenden,
- Auswirkungen digitaler Lösungen auf Menschen, insbesondere auch in Entwicklungsländern, kritisch zu analysieren,
- Anforderungen zur Entwicklung und Implementierung von Informations- und Kommunikationstechnologie Dienste (IKT Dienste) auch für Länder unterschiedlichen Digitalisierungsgrad zu identifizieren,
- unterschiedliche kulturelle und soziale Kontexte im Designprozess zu berücksichtigen,
- ein tiefgreifendes Verständnis für die Komplexität von IKT-Projekten in Ländern unterschiedlichen Digitalisierungsgrad zu demonstrieren und sich proaktiv mit möglichen Herausforderungen auseinanderzusetzen.
IKT für Entwicklung (ICT for Development) konzentriert sich auf die Gestaltung und Implementierung digitaler Technologien und Dienste, die auf die Bedürfnisse ressourcenbeschränkter Gemeinschaften zugeschnitten sind. Zugleich ermöglicht der Ansatz den Studierenden, ein tiefes Verständnis für die Komplexität der Digitalen Kluft zu entwickeln und dafür, wie der digitale Wandel Menschen in ressourcenarmen Umgebungen betrifft. Vorlesungen und Laborübungen des Kurses zielen darauf ab, eine Reihe zentraler Forschungsfragen zu beantworten:
- Wie ist der aktuelle Stand bei Anwendungen digitaler Technologien für das Gemeinwohl, die für Menschen im Globalen Süden und insbesondere in ressourcenarmen Umgebungen relevant sind? Als Bezugspunkte dienen die Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) der Vereinten Nationen — etwa Ernährungssicherheit, Abbau von Ungleichheiten, Gesundheit und Wohlergehen, inklusive Bildung für alle — sowie die Prinzipien des Digitalen Humanismus.
- Welche absehbaren negativen Folgen, Risiken und gesellschaftlichen Auswirkungen sind mit Innovationen durch neue digitale Technologien verbunden, und wie lassen sie sich mindern?
- Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für den Einsatz digitaler Technologien speziell im Kontext der jeweiligen Länder oder Regionen des Globalen Südens — in Bezug auf Politikgestaltung, Regulierung, Investitionen, soziales Unternehmertum, Bildung und öffentliche bzw. zivilgesellschaftliche Debatten?
Der Kurs bietet Vorträge von Gastrednerinnen und Gastrednern — Expertinnen und Experten für IKT und KI im und für den Globalen Süden — aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Zudem vermittelt er technische Einführungen in KI-Technologien, stellt aktuelle Anwendungen aus der Praxis vor und zielt darauf ab, die Frage zu diskutieren: „Wie können digitale Technologien für und gemeinsam mit Menschen in ressourcenarmen Umgebungen nutzbringend gemacht werden?“
Dieser interdisziplinäre Kurs nutzt Design Science/Analyse und kritische Reflexion als seine zentralen Lernmethoden. Es wird kurze Plenarvorlesungen geben, um die Theorien und Ansätze vorzustellen. Nach jeder Vorlesung arbeiten die Studierenden in Gruppen von 4–5 Personen daran, soziotechnische Lösungen für SDG-bezogene globale Herausforderungen zu entwerfen. Als Methoden verwenden sie Design Science, Use-Case-Analyse, kritische Lektüre, Erörterung und Diskussion sowie mündliche Präsentation.
Im Verlauf des Kurses gibt es mehrere Phasen formativer Evaluation. Diese werden Milestones genannt. Es gibt keine Abschlussprüfung. Die summative Bewertung basiert auf der Beurteilung der Ergebnisse von vier Assignments.
- ICT4D-Essay einschließlich Präsentation (30 % der Gesamtnote) – Einzelaufgabe
- Gruppenprojekt: Abschlussbericht, Gruppenpräsentation (40 % der Gesamtnote) – Gruppenaufgabe
- Labornotizen im Portfolio und Kursreflexion (30 % der Gesamtnote) – Einzelaufgabe
Bon, A., Dittoh, F., Lô, G., Pini, M., Bwana, R., WaiShiang, C., ... & Baart, A. (2022). Decolonizing technology and society: A perspective from the global south. Perspectives on digital humanism, 61-68. Springer, Nature.
Potter, R. B. (2004). Geographies of development. Pearson Education. Bon, Anna, Francis Saa-Dittoh, and Hans Akkermans. "Bridging the digital divide." In Werthner, H. et al. (Eds.) "Introduction to Digital Humanism: A Textbook." (2023): 637. Springer Nature. [Download PDF - Canvas Sign In Discovery]
- SDG 1 - Keine Armut: Armut in allen ihren Formen und überall beenden
- SDG 10 - Weniger Ungleichheiten: Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern
- SDG 13 - Maßnahmen zum Klimaschutz: Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen