611121 L écriture féminine. Weibliches Schreiben in Frankreich

Sommersemester 2005 | Stand: 27.08.2014 LV auf Merkliste setzen
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L écriture féminine. Weibliches Schreiben in Frankreich
PS 2
wöch.
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Exemplarische Darstellung der aktuellen Genderforschung; Anwendung unterschiedlicher literaturwissenschaftlicher Analysemethoden auf ausgewählte literarische Werke französischer Autorinnen der écriture féminine.
Der Begriff der écriture féminine, der in Frankreich im Zug der Mai 68 Bewegung entstanden ist, dient zur Bezeichnung einer Gruppe heterogener Schriftstellerinnen/Denkerinnen, deren gemeinschaftliche Grundlage sich in einer Kritik an den stillschweigenden Konventionen im Denken und in der Theorieentwicklung der abendländischen Kultur formiert. „Prendre la parole“ lautet ihre Devise: Eine Möglichkeit, ihre Stimme/n hörbar zu machen sehen die Autorinnen in einer emotionalen Schreibweise, die respektlos grammatikalische, semantische und syntaktische Normen unterminiert, weshalb sich Werke dieser literarischen Richtung neben Verstößen gegen die Normgrammatik, die Überschreitung von Gattungsgrenzen, die Unabgeschlossenheit auch durch nichtlineares Erzählen auszeichnen. Anhand fiktionaler Texte (es werden Romane von Marie Cardinal (Les mots pour le dire), Hélène Cixous (Dedans) Marguerite Duras (Détruire, dit-elle) und Christiane Rochefort (Les stances à Sopie) behandelt) und theoretischer Schriften (gelesen werden Auszüge aus Simone de Beauvoirs Le deuxième sexe, Hélène Cixous Weiblichkeit in der Schrift und Luce Irigarays Speculum de l’autre femme) werden wir der Frage nachgehen, ob und wie „weibliches Schreiben“ zu fassen ist, wie die z.T. doch sehr unterschiedlichen Autorinnen versuchen, sich in männliche Schreibtraditionen „einzuschreiben“, um ihrer Stimme nicht nur Ausdruck zu verleihen, sondern teilweise auch gegen die als männlich empfundene Literatursprache anzuschreiben.
Einführende Vorträge der LV-Leiterin, themenspezifische Referate der Studierenden, Gruppenarbeiten und/oder Plenum, gemeinsame Diskussionen.
Aubertin, Graziella: Tendenzen der zeitgenössischen Frauenliteratur in Frankreich. Ein Beitrag zum literarischen Aspekt der weiblichen Identitätsfindung. Frankfurt am Main, Haag + Herchen, 1979. Beauvoir, Simone de: Le deuxième sexe I. Les faits et les mythes. Paris, Gallimard, 1976. Cixous, Hélène: Weiblichkeit in der Schrift. Berlin, Merve Verlag, 1980. Irigaray, Luce: Speculum. Spiegel des anderen Geschlechts. Frankfurt am Main, Suhrkamp, 1980.
Beginn: mit Semesterbeginn
Do. 11.00 - 12.30 Uhr, 40621