619007 Musik des Mittelalters und der Renaissance
Sommersemester 2008 | Stand: 21.07.2008 | LV auf Merkliste setzen619007
Musik des Mittelalters und der Renaissance
VO 3
keine Angabe
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Deutsch
Diese Veranstaltung befaßt sich mit der Musikgeschichte von etwa 1000 bis 1600. Dieser Zeitraum ist jedoch keineswegs so homogen anzusehen als der Titel suggerieren mag. Stilwenden, oder vielmehr –wandlungen fallen häufig mit Veränderungen der Notation und des Musikgebrauchs zusammen (wie z. B zwischen der Ars antiqua und der Ars nova, oder auch kurz nach 1400). Diese Epochen sind geprägt von einer Verbreitung musikalischen Schriftgebrauchs, der Ausbreitung der Volkssprachen und bemerkenswerten Veränderungen im Verständnis wie in der Wahrnehmung von Musik, von irdischer Musik als Abbild himmlischer Musik hin zu Musik als gesellschaftlicher Aktivität und wichtigem Bestandteil höfischer Bildung, somit von einer zunächst religiös zu einer auch weltlich und sogar politisch definierten Kunstübung. Dies geht einher mit einem Wandel im Verständnis von der Rolle und Bedeutung des Komponisten von einem zunächst anonym bleibenden „Töneschmied“ hin zu einem gelegentlich sogar gefeierten Individuum, dessen Persönlichkeit sich in seinen gleichermaßen unverwechselbaren Schöpfungen widerspiegelt.
Um die Ereignisse und Prozesse dieser Zeiträume nachvollziehen zu können, ist es daher geboten, nicht nur eine allgemeine Musikgeschichte nachzuzeichnen, sondern auch ihre Bedeutung innerhalb der Philosophie, der Geschichte, der Literaturen und der Künste nachzuzeichnen, nicht zuletzt um die Ursprünge bedeutender kultureller Errungenschaften zu beleuchten, die jene Zeiten weit überdauerten.
L: Neben den Artikeln in den einschlägigen Nachschlagewerken (MGG1/MGG2; The New Grove2) immer noch lesenswert: Gustave Reese, Music in the Middle Ages, NY 1940; ders. Music in the Renaissance, NY 1954
Beginn: März 2008
Do 13.00-15.45, HS
- Philosophisch-Historische Fakultät