602003 Rhetorik und Pragmatik: Konzeptionen sprachlichen Handelns

Wintersemester 2007/2008 | Stand: 06.02.2008 LV auf Merkliste setzen
602003
Rhetorik und Pragmatik: Konzeptionen sprachlichen Handelns
VO 2
wöch.
keine Angabe
Deutsch
Die Vorlesung führt in rhetorische und pragmatische Theorien sprachlichen Handelns ein. Den Studierenden werden Grundkenntnisse der antiken Rhetorik (Gorgias, Isokrates, Aristoteles, Cicero, Quintilian) und der neueren Sprachpragmatik (Austin, Searle, Habermas, Brandom) vermittelt.
Aus der Sicht der antiken Rhetorik zeichnet sich alles Sprechen durch vier Eigenschaften aus: durch seine Adressiertheit (bevor eine Äußerung etwas in der Welt repräsentiert, wendet sie sich an ein Auditorium), seine Wirksamkeit (alles Sprechen ist Handeln, es verändert Einstellungen und Situationen), seine Figurativität (die übertragene Rede geht der eigentlichen Bedeutung voraus) sowie seine Performativität (sprachliche Äußerungen lassen sich nie vollständig auf außersprachliche Gründe reduzieren, etwas an jedem Sprechen gründet in seinem je eigenen Vollzug). Ausgehend von diesem rhetorischen Sprachverständnis fragen wir zunächst danach, wie genau mit Sprache Handlungen vollzogen, Überzeugungen vermittelt und soziale Institutionen geschaffen werden können. Die Vorlesung möchte ferner zeigen, dass die neuere, an Wittgenstein und Austin anschließende Sprachpragmatik historisch betrachtet eine Lücke besetzt, die die Ausgrenzung der Rhetorik aus dem philosophischen Diskurs der Moderne hinterlassen hat. Dabei werden sowohl Gemeinsamkeiten als auch Differenzen rhetorischen und pragmatischen Sprachdenkens herausgearbeitet.
Die einzelnen Sitzungen orientieren sich eher an systematischen Problemen als an Autoren oder Werken. Im Zentrum stehen also sprachphilosophische Grundbegriffe wie Regelbefolgung, Intentionalität, Überzeugung, Versprechen, Metaphorizität und Performanz, die jeweils aus rhetorischer und pragmatischer Perspektive beleuchtet werden.
Schriftliche Hausarbeit
Gorgias von Leontinoi, Reden, Fragmente und Testimonien, Gr./Dt., hg. u. übers. v. T. Buchheim, Hamburg 1989 (Meiner). Aristoteles, Rhetorik, übers. v. F. G. Sieveke, München 41993 (UTB). Cicero, de oratore / Über den Redner, Lat./Dt., übers. u. hg. v. H. Merklin, Stuttgart 31997 (Reclam). Marcus Fabius Quintilianus, Ausbildung des Redners (Institutionis Oratoriae). Zwölf Bücher, Lat./Dt., hrsg. u. übers. v. H. Rahn, Darmstadt 1995 (WBG). John L. Austin, Zur Theorie der Sprechakte (How to do things with Words), Stuttgart 1979 (Reclam). John R. Searle, Sprechakte. Ein sprachphilosophischer Essay, Frankfurt a.M. 1983 (Suhrkamp). Jürgen Habermas, Theorie des kommunikativen Handelns, Frankfurt a.M. 41987 (Suhrkamp). Zur vorbereitenden Lektüre empfehlen sich insbesondere John Austin, Zur Theorie der Sprechakte sowie Samuel Ijsseling, Rhetorik und Philosophie. Eine historisch-systematische Einführung, Stuttgart-Bad Cannstatt 1988 (frommann holzboog).
Beginn: 11.10.2007
Gruppe 0
Datum Uhrzeit Ort
Do 11.10.2007
09.00 - 10.30 40812 UR 15 40812 UR 15
Do 18.10.2007
09.00 - 10.30 40812 UR 15 40812 UR 15
Do 25.10.2007
09.00 - 10.30 40812 UR 15 40812 UR 15
Do 08.11.2007
09.00 - 10.30 40812 UR 15 40812 UR 15
Do 15.11.2007
09.00 - 10.30 40812 UR 15 40812 UR 15
Do 22.11.2007
09.00 - 10.30 40812 UR 15 40812 UR 15
Do 29.11.2007
09.00 - 10.30 40812 UR 15 40812 UR 15
Do 06.12.2007
09.00 - 10.30 40812 UR 15 40812 UR 15
Do 13.12.2007
09.00 - 10.30 40812 UR 15 40812 UR 15
Do 10.01.2008
09.00 - 10.30 40812 UR 15 40812 UR 15
Do 17.01.2008
09.00 - 10.30 40812 UR 15 40812 UR 15
Do 24.01.2008
09.00 - 10.30 40812 UR 15 40812 UR 15