603018 Aktuelle Entwicklungen der Kindheitsforschung: Zur unmöglichen Möglichkeit der methodischen Erfassung kindlicher Perspektiven in heterogenen Lebenswelten - Eine performative Re-Lektüre methodischer (Un-)Gewissheiten
Wintersemester 2012/2013 | Stand: 08.04.2013 | LV auf Merkliste setzen603018
Aktuelle Entwicklungen der Kindheitsforschung: Zur unmöglichen Möglichkeit der methodischen Erfassung kindlicher Perspektiven in heterogenen Lebenswelten - Eine performative Re-Lektüre methodischer (Un-)Gewissheiten
FP 2
5
Block
jährlich
Deutsch
Mit der sozialwissenschaftlichen Entdeckung von Kindern und Kindheit als eigenständige soziale Strukturkategorie und als Konstrukt generationaler Ordnungsverhältnisse rücken Kinder innerhalb der Neuen Kindheitsforschung zunehmend als eigenständige Subjekte und aktive GestalterInnen ihrer heterogenen Lebenswelten in den Blick. Für die Kindheitsforschung kann eine paradoxale Doppelanbindung konstatiert werden: Zum einen sieht sie sich verpflichtet Kinder als eigenständige Subjekte ernst zu nehmen und ihnen Möglichkeiten der Artikulation ihrer Interessen zu geben. Andererseits ist auch die Kindheitsforschung und die von ihr angewandten Methoden einer Scientific Commutiy verpflichtet, die nach den Regeln und Relevanzsystemen von Erwachsenen funktioniert. Neben methodologischen Prämissen der qualitativen Sozialforschung, werden wir uns mit verschiedenen methodischen Zugängen der Kindheitsforschung sowie ihren Möglichkeiten und Grenzen beschäftigen. Ausgehend von der konstatierten paradoxalen Doppelanbindung der Kindheitsforschung werden wir uns im Anschluss an die Forschungsperspektive der Cultural Studies mit alternativen methodischen Zugängen auseinandersetzen, die den emanzipatorischen und politischen Implikationen im Forschungsprozess einen größeren Stellenwert zu schreiben. Hier werden vor allem dekonstruktive und performativitätstheoretische Zugänge fokussiert, die im Sinne einer allergorischen Sozialwissenschaft entgegen der 'sauberen' Methodenlehre mit verschiedenen Elementen montagehaft, kritisch-ekletizistisch experimentiert. Wir wollen diskutieren, inwiefern solche alternativen Forschungsmethoden produktiv für eine kritische Kindheitsforschung, im Sinne einer weniger machtvollen Forschungspraxis, gemacht werden können.
Referate, Textarbeit, Kleingruppenarbeit
Referate, Hausarbeiten, Kolloquium
Bamler, V./ Werner, J./Wunstmann, C. (Hg.): Lehrbuch Kindheitsforschung: Grundlagen, Zugänge und Methoden. Weinheim/ München; Juventa 2010
Heinzel, F. (Hg.): Methoden der Kindheitsforschung: Ein Überblick über Forschungszugänge zur kindlichen Perspektive, 2. Aufl., Weinheim/ München; Juventa 2012
Prengel, A.: Im Interesse von Kindern: Forschungs- und Handlungsperspektiven in der Pädagogik und Kinderpolitik. Weinheim/ München; Juventa 2003
Göttlich, Udo/ Mikos, Lothar, Winter, Rainer: Die Werkzeugkiste der Cultural Studies: Perspektiven, Anschlüsse und Interventionen. Bielefeld; transcript 2001
Mecheril, Paul/ Witsch, Monika (Hg.): Cultural Studies und Pädagogik: Kritische Artikulation. Bielefeld; transcript 2006
Winter, Rainer (Hg.): Die Zukunft der Cultural Studies: Theorie, Kultur und Gesellschaft im 21. Jahrhundert. Aus dem Amerikanischen von Henning Thies. Bielefeld; transcript Verlag 2011
Vollständige Literaturliste wird im Seminar noch bekannt gegeben.
Diese Lv wird von Kathrin Schulze und Oktay Bilgi durchgeführt. Details folgen noch.
Beginn: Oktober
Beginn: Oktober
- Fakultät für Bildungswissenschaften