603067 Praktiken und Theorien des Populären
Sommersemester 2008 | Stand: 02.07.2008 | LV auf Merkliste setzen603067
Praktiken und Theorien des Populären
VO 2
Block
keine Angabe
Deutsch
Seit den 1960er Jahren wächst das Interesse an der Erforschung von so genanntem „Populärem“ bzw. von so genannten „populären Kulturen“. Als „populär“ bzw. als Beispiele von „populären Kulturen“ gelten u. a. die Kunstarten und Genres „Pop-Art“, „Pop-Musik“ und „Trivialliteratur“ oder „jugendkulturelle“ „Milieus“ oder „Fernseh- und Videoformate“, die zudem einen Beleg dafür darstellen, dass in jüngster Zeit verstärkt neue Formen audio-visueller Vermittlung zum Einsatz kommen. Inwieweit – so lauten die häufigsten Fragen – sind populärkulturelle Produkte und Rezeptionsformen „nur“ „Unterhaltung“, und inwieweit sind sie „auch“ Ausdruck von politischem „Widerstand“ und politischer „Subversion“, und was wäre darunter zu verstehen? Und inwieweit findet, seit Kommunikation immer mehr über Bilder abläuft, das Erleben in einem „Drittraum“ statt, der als ein Raum „zwischen Fiktion und Realität“ verstanden werden kann und der die Wahrnehmung verändert? Wird hier Leben schon mehr inszeniert als gelebt, und inwiefern wäre es längst schon sinnlos oder schon wieder sinnvoll, genauer zwischen „Gelebtem“ und „Inszeniertem“ zu unterscheiden? Auch in der LV werden diese Fragen gestellt, wobei davon ausgegangen wird, dass sich das Verhältnis von Theorie und Praxis geändert hat. Nicht länger ist es möglich, sich Praxis als eine bloße Umsetzung von Theorie vorzustellen, die von einer unbeteiligten Beobachter/innen-Position aus definiert und fixiert werden kann. Und immer mehr erscheinen die Praktiker/innen den Theoretiker/innen gegenüber als „gleichberechtigt“, wenn es darum geht, über das „eigene Interesse/Tun“ im Kontext des „Interesses/Tuns der anderen“ zu reflektieren.
Block 1:
-Einleitung: „profan“ versus „trivial/gewöhnlich“ versus „populär“ versus „populistisch“ versus „popular“ sowie ein Überblick über vergangene und aktuelle Debatten zwischen Kritischer Theorie (Adorno, Haug) und Cultural Studies (Fiske, Klein/Friedrich), begleitet von Text- und Bildbeispielen
- Vom Umgang mit Texten und Bildern: ein Vergleich
- Las Vegas als Beispiel für einen „Drittraum“
- Besprechung des Arbeitsauftrags an die Studierenden. Diese erhalten den Auftrag, aus einer in der LV zu fixierenden Liste von „populärkulturellen Beispielen“ (Romane, Glücks- und Lebenshilferatgeber, Musikvideos; max. 10), eines auszuwählen und für die allgemeine Besprechung im zweiten Block vor- und aufzubereiten (= Teil 1 der Abschlussarbeit).
Block 2:
- Unterhaltung und Vergnügen als maßgebliche Kategorien von Bildung, Kunst und Kultur, betrachtet vor dem Hintergrund der Spannungsfelder „Natur/Kultur“, „Kunst/Kitsch“, „Vernunft/Gefühl“, „Maßlosigkeit/Maß“, „Männlichkeit/ Weiblichkeit“, „Erotik/Sexualität“
- These bzw. Überprüfung der These: „Im Populären werden Probleme and Lösungen aufgezeigt, die die so genannte ‚Hochkultur’ noch nicht erreicht haben bzw. demgegenüber sich diese verweigert.“
-Vortrag der Lehrveranstaltungsleiterin
-Arbeitsauftrag an die Studierenden, den diese einzeln, zu zweit oder max. zu dritt ausführen können (inklusive Vorbereitung der Ergebnisse für eine mögliche Präsentation im Plenum in Form eines Kurzstatements)
-Fragen an das Plenum (mit Möglichkeit und Zeit zum Brainstorming zu zweit oder in Kleingruppen) bzw. Diskussionen im Plenum
-Abschlussarbeit
Schriftlich – in Form einer ABSCHLUSSARBEIT (10-15 SEITEN), die an die unten genannte E-Mail-Adresse geschickt wird, wobei JEDE ARBEIT ein schriftliches FEEDBACK per Mail erhält!
Eine Literaturliste erhalten die LV-Teilnehmer/innen am Beginn der LV. Geplant ist weiters, im Lauf der LV einzelne, besonders relevante Text- und Bildbeispiele bzw. Ausschnitte aus der Sekundärliteratur den Teilnehmer/inne/n – je nach Höhe der Teilnehmer/innenzahl – entweder in Kopien (gegen eine kleine Gebühr) oder „on-line“ in Form von PDF-Dateien zur Verfügung zu stellen.
online Anmeldung!
Beginn: k.A.
Beginn: k.A.