603498 Normierung und Normalisierung von Familien

Sommersemester 2008 | Stand: 15.03.2023 LV auf Merkliste setzen
603498
Normierung und Normalisierung von Familien
KU 2
wöch.
keine Angabe
Deutsch
Diese LV möchte aus einer geschlechterkritischen Perspektive heraus die Wechselwirkung der Verflechtung zwischen Staatsmacht und der Familie kenntlich machen, um aufzuzeigen, dass die institutionalisierte (Einheits)Familiennorm als Gegenstand sozialer Lenkung zu identifizieren ist, die normative, kulturelle und soziale Leitbilder re-produziert, mit der folgenreichen Konsequenz, dass zum einen der Aktionsradius in Bezug auf familiale Praxis einer starken Einschränkung unterworfen ist und zum anderen das Generationen-, als auch das Geschlechterverhältnis einer „obrigkeitsstaatlichen“ Steuerung unterliegt.
Wie lässt es sich erklären, dass die ideologischen Leitbilder des bürgerlichen Familienmodells – trotz des neuen biographischen Pluralismus – ständig reproduziert werden? Diese Diagnose wird vorab einer historischen Analyse zugeführt, um transparent zu machen, dass das kulturelle Selbst- und Alltagsverständnis der „Normalfamilie“ eine historisch-konstruierte Sozialform darstellt, die eine hochwirksame „vergessene Geschichte“ markiert, welche mental tief verinnerlicht ist, und folglich die Wahrnehmungs-, Handlungs- und Denkmuster der GesellschaftsmitspielerInnen ganz entscheidend prägt. Nach dieser einführenden Analyse wird der Fokus auf folgende Faktizität gerichtet sein: Trotz der unübersehbaren Pluralisierung von familialen Lebensformen wird diesen auf institutioneller Ebene kaum Beachtung – im Sinne ihrer „legitimatorischen Aufwertung“ – geschenkt. Durch die „festgezurrte“ Institutionalisierung des bürgerlichen Familienmodells, das sich weiterhin auf die bio-soziale Einheit von Mutter-Vater-Kind(er) stützt, entwickeln sich auf der gesellschaftlichen mikrosoziologischen Ebene – als logische Konsequenz – unweigerlich „soziale Räume der Unterschiede“. Diese Unterschiede sind als bewusst inszenierte Machtbeziehungen zu begreifen, die in einem „Differenzprinzip“ zueinander stehen und eben über diese hierarchisierten Differenzen miteinander kommunizieren, zumal das Festhalten an sozialen Differenzprinzipien eine gesellschaftliche Spaltung im Sinne von Stigmatisierungen und Diskriminierungen zwischen dem dominanten Familienmodell und den vielfältigen privaten Subsystemen erwirkt.
Vortrag, Referate, Diskussion, Arbeit in Kleingruppen, evtl. Film
Aktive Mitarbeit; Referat oder Seminararbeit
z. B. Bourdieu, Pierre (2005): Die männliche Herrschaft. Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag; Böhnisch, Lothar; Lenz, Karl (Hrsg.) (1999): Familien. Eine interdisziplinäre Einführung. Weinheim und München: Juventa Verlag; 2. Auflage; Hausen, Karin (1976): Die Polarisierung der „Geschlechtercharaktere“ – Eine Spiegelung der Dissoziation von Erwerbs- und Familienleben. In: Werner Conze (Hrsg.): Sozialgeschichte der Familie in der Neuzeit Europas. Stuttgart: Klett Verlag; 363 – 393; Eine Literaturliste wird zum Beginn der LV ausgehändigt.
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Beginn: k.A.
Gruppe 0
Datum Uhrzeit Ort
Di 04.03.2008
08.45 - 10.15 SR Maximilianstraße SR Maximilianstraße
Di 11.03.2008
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Di 01.04.2008
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Di 08.04.2008
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Di 15.04.2008
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Di 22.04.2008
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Di 29.04.2008
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Di 06.05.2008
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Di 20.05.2008
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Di 27.05.2008
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Di 03.06.2008
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Di 10.06.2008
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Di 17.06.2008
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Di 24.06.2008
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Di 01.07.2008
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