641205 Intermedialität: am Beispiel Peter Greenaways
Wintersemester 2009/2010 | Stand: 21.04.2010 | LV auf Merkliste setzen641205
Intermedialität: am Beispiel Peter Greenaways
VU 2
5
Block
keine Angabe
Deutsch
Einleitend zum ersten Block soll den Studierenden ein allgemeiner Überblick über die wichtigsten Texte der neueren Intermedialitätsforschung geboten werden, damit sie die theoretische Basis dieses grundlegenden Forschungsgebiets der Komparatistik kennen lernen. Aus diesem Textkorpus soll die Terminologie entwickelt werden, um die Filme Peter Greenaways im anschließenden, praktischen Teil zu analysieren und zu diskutieren. Als Grundlagentexte wird dabei die Habilschrift von Yvonne Spielmann „Intermedialität. Das System Peter Greenaways“ (1997) dienen, in der die Filme des britischen Künstlers schon Mitte der 1990er Jahre im medienwissenschaftlichen Diskurs verortet wurden. Als zusätzlicher Basistext fungiert die Studie „Jenseits der Ordnung. Das Spielfilmwerk Peter Greenaways“ (2001) von Christer Petersen, der sich dem Phänomen Greenaway von einer sozial-philosophischen Seite her annähert. Ziel der Lehrveranstaltung ist es, den Studierenden einen umfassenden Überblick über das Filmschaffen Greenaways zu geben und sie generell für die intermedialen Komponenten im Film zu sensibilisieren.
Yvonne Spielmann bezeichnet Peter Greenaway in ihrer Habilschrift: „Intermedialität. Das System Peter Greenaways“ (1997) als einen „Medienkünstler“, für den das Zentralmedium Film „eine Fortsetzung der Malerei mit anderen Mitteln darstellt“. Greenaways Filme, die in den 1990er Jahren Kultstatus erreichten, lassen sich aber aus komparatistisch-intermedialer Perspektive durchaus weiter fassen, und können als multimediale „Gesamtkunstwerke“ bezeichnet werden. Sie kombinieren und verschmelzen in sich die verschiedensten medialen Komponenten aus Malerei, Musik, Fotografie, Film, Video, Theater, Architektur und Oper. Diese mediale Vielschichtigkeit stellt das komparatistische Forschungsgebiet der Intermedialität vor eine große Herausforderung. Im Rahmen der Lehrveranstaltung soll untersucht werden, ob die theoretische Begrifflichkeit der Intermedialitätsforschung das „Phänomen Greenaway“ zu erfassen vermag, oder ob die Formprinzipien seiner Filme die Entwicklung neuer Interrelationsmodelle erfordern.
Die Filme Peter Greenaways eröffnen aufgrund der vielfältigen intermedialen Referenzen und komplexen multi- sowie mixed-medialen Verbindungen, die in ihnen enthalten sind, der komparatistischen Intermedialitätsforschung eine Reihe von Fragen. Im Rahmen der vier Blöcke soll die mediale Vielschichtigkeit der Filme Greenaways in Form von Referaten und Diskussionsgruppen von den Studierenden und der Lehrveranstaltungsleiterin gemeinsam ausgearbeitet werden. Es soll außerdem zur Diskussion gestellt werden, inwieweit die Terminologie und die Untersuchungskriterien der Intermedialitätsforschung auf die Filme Greenaways angewendet werden können.
Um die LV positiv abzuschließen, muss ein Referat (Zeitrahmen ca. 30 min.) gehalten, sowie eine schriftliche Arbeit (Umfang ca. 15 Seiten) verfasst werden. Zusätzlich wird die aktive Beteiligung an den Diskussionen in die Benotung miteinbezogen.
1. Clüver, Claus: INTER TEXTUS / INTER ARTES / INTER MEDIA. In: Komparatistik. Jahrbuch der Deutschen Gesellschaft für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft 2000/2001. Heidelberg: Synchron 2001, S. 14-50.
2. Nitsche, Lutz: Hitchcock – Greenaway – Tarantino. Paratextuelle Attraktionen des Autorenkinos. Stuttgart u.a.: Metzler 2002. (M-&-P-Schriftenreihe für Wissenschaft und Forschung)
3. Schröter, Jens: Intermedialität. Facetten und Probleme eines aktuellen medienwissenschaftlichen Begriffs. In: montage/av 7, 2 (1998), S. 129-154.
4. Petersen, Christer: Jenseits der Ordnung. Das Spielfilmwerk Peter Greenaways. Kiel: Ludwig 2001.
5. Schuster, Michael: Malerei im Film: Peter Greenaway. Hildesheim u.a.: Olms 1998. (Die Szene 1)
6. Spielmann, Yvonne: Intermedialität. Das System Peter Greenaway. München: Fink 1998.
7. Wolf, Werner: Intermedialität: ein weites Feld und eine Herausforderung für die Literaturwissenschaft. In: Foltinek, Herbert und Leitgeb, Christoph (Hg.): Literaturwissenschaft. intermedial – interdisziplinär. Wien: Verl. d. österr. Akademie d. Wissenschaften 2002, S. 163-193.
Beginn: 07.10.2009
- Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät