645309 PS Wirtschafts- und Sozialgeschichte: Sozialraum Kleinstadt. Über das Leben in kleinen urbanen Zentren
Sommersemester 2026 | Stand: 27.11.2025 | LV auf Merkliste setzenErwerb grundlegender Fertigkeiten im Umgang mit historischen Quellen und Darstellungen der Wirtschafts- und Sozialgeschichte sowie der Fertigkeit, das neu erworbene Wissen in mündlicher und schriftlicher Form zu präsentieren; Erwerb elementarer Kenntnisse und Anwendung relevanter hilfswissenschaftlicher Methoden.
Wie lebte man in einer Stadt?
Das späte Mittelalter war in Europa eine Zeit zahlreicher Stadtgründungen. Auch in Tirol entstanden in dieser Zeit vermehrt urbane Zentren. Das Leben in der Stadt war eine bis dahin nicht gekannte Herausforderung, aber auch eine Möglichkeit, den oftmals drückenden sozialen und wirtschaftlichen Abhängigkeiten auf dem Land zu entgehen („Stadtluft macht frei“). Die Stadt bot Möglichkeiten des sozialen Aufstiegs, der Bildung, der religiösen oder künstlerischen Entfaltung, der besseren Fürsorge. Auf der anderen Seite brachte das Zusammenleben auf engem Raum aber auch Nachteile mit sich, was eine verstärkte Regulierung und gute Organisation erforderte, um die Versorgung zu garantieren, das Verhältnis zwischen Obrigkeiten und Untertanen zu stabilisieren und den sozialen Frieden wahren zu können.
Im Proseminar werden verschiedene Aspekte des Lebens in Städten untersucht: Zum einen trafen hier alle sozialen Gruppen aufeinander, was sowohl zu Konflikten als auch zum fruchtbaren Austausch führen konnte. Es gab sowohl Orte der Separation (einzelne Viertel, Straßen und Treffpunkte) als auch Orte der Begegnung (Kirchen, Marktplätze, Wirtshäuser). Es gab Bereiche, die besonders exklusiv waren und andere, an denen sich die Armen und Ausgegrenzten aufhielten. Die Menschen in der Stadt unterschieden sich dabei nach ihrem rechtlichen Status, sie waren Adelige und Geistliche, Bürgerinnen und Bürger, Inwohnerinnen und Inwohner, Durchreisende und Rechtlose. Einflussbereiche kirchlicher Macht und kommunaler Verwaltung bedingten das Leben ebenso wie die Vertretung der Landesherrschaft, die Ausprägung von Handel, Handwerk und Verkehr, die Anwesenheit von Militär und andere Faktoren.
Wie das Leben in der Stadt funktionierte (oder nicht funktionierte), wo es Reibungspunkte gab, welche Zäsuren Veränderungen mit sich brachten, wird nicht zuletzt in Absprache mit den Studierenden und ihren Interessen zum Thema gemacht. So kann beispielsweise auch nach der Binnengliederung einzelner sozialer Gruppen gefragt werden, etwa unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten von Kindern und älteren Menschen, von Witwen und Waisen, von Kranken oder Obdachlosen, von Männern und Frauen. Nicht zuletzt ist auch gerade im Raum des historischen Tirol das Verhältnis von Stadt und Umland ein Thema, da hier wie im gesamten Alpenraum Städte zumeist klein blieben und städtisches und ländlich-bäuerliches Milieu über Jahrhunderte hinweg eng miteinander vernetzt waren.
Im Proseminar arbeiten wir mit ausgewählten Quellen zur Stadtgeschichte mit dem Schwerpunkt Tirol-Südtirol-Trentino, um zu untersuchen, ob und wie sich Informationen zu den genannten Themen gewinnen lassen. Die Teilnehmenden lernen unterschiedliche Quellengattungen kennen und üben sich in der Erschließung und Kontextualisierung historischer Texte und Bilder sowie in der Verortung der Ergebnisse innerhalb eines aktuellen wissenschaftlichen Diskurses zur Stadtgeschichte.
Einführende Inputs des LV-Leiters, Lektüre und gemeinsame Diskussion wissenschaftlicher Aufsätze, gemeinsame Interpretation von Quellen. Referate, Gruppenarbeiten und praktische Übungen zum wissenschaftlichen Arbeiten und Präsentieren. Anleitung zum selbständigen Verfassen einer PS-Arbeit; Übungen zum Recherchieren von Literatur.
Prüfungsimmanente LV mit Anwesenheitspflicht. Aktive Teilnahme an den Diskussionen, Impulsreferate, mündliche und schriftliche Beiträge, Verfassen einer abschließenden Proseminararbeit.
Wird zu Beginn der Lehrveranstaltung bekannt gegeben.
Positiv absolviertes Pflichtmodul 1.
- Fakultät für LehrerInnenbildung
- Philosophisch-Historische Fakultät
- SDG 3 - Gesundheit und Wohlergehen: Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern
- SDG 5 - Geschlechtergleichstellung: Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen
- SDG 10 - Weniger Ungleichheiten: Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern
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Gruppe 0
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| Datum | Uhrzeit | Ort | ||
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Fr 06.03.2026
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10.15 - 13.30 | 40601 UR 40601 UR | Barrierefrei | |
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Fr 20.03.2026
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10.15 - 13.30 | 40601 UR 40601 UR | Barrierefrei | |
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Fr 17.04.2026
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10.15 - 13.30 | 40601 UR 40601 UR | Barrierefrei | |
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Fr 15.05.2026
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10.15 - 13.30 | 40601 UR 40601 UR | Barrierefrei | |
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Fr 29.05.2026
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10.15 - 13.30 | 40601 UR 40601 UR | Barrierefrei | |
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Fr 12.06.2026
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10.15 - 13.30 | 40601 UR 40601 UR | Barrierefrei | |
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Fr 26.06.2026
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10.15 - 13.30 | 40601 UR 40601 UR | Barrierefrei | |
| Gruppe | Anmeldefrist | |
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645309-0
645309-0 |
01.02.2026 00:00 - 21.02.2026 23:59 | |
| Oberhofer A. | ||