645614 Exkursion Zillertal - Bregenzerwald: Almwirtschaft im Vergleich
Sommersemester 2008 | Stand: 18.07.2008 | LV auf Merkliste setzen645614
Exkursion Zillertal - Bregenzerwald: Almwirtschaft im Vergleich
EU 2
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Deutsch
Die beiden Modellregionen werden im Rahmen der Übung mit Exkursion einem Vergleich unterzogen. Das erste Ziel ist das Zillertal, wo die Situation der Land- und Almwirtschaft ganz allgemein besprochen wird. Die zweite Hälfte der Exkursion ist dem Bregenzerwald gewidmet, wo vergleichend verfahren wird. Es werden ausgewählte Almen besucht, die als Beispiele dienen, unterschiedliche Arbeits- und Wirtschaftsweisen in ihren historischen und rezenten Ausformungen zu diskutieren. Außerdem werden haus- und brauchkundliche, touristische und verkehrsgeografische Fragen zu erörtern sein (Themenschwerpunkte werden von den TeilnehmerInnen im Vorfeld der Exkursion selbständig erarbeitet). Zu erforschen ist insbesondere das Alltagsleben auf den Almen.
Die Almwirtschaft entwickelte sich im Zillertal anders als im Bregenzerwald: Unterschiedlich verlief die historische Entwicklung der beiden Gebiete, verschieden sind naturräumliche und klimatische Gegebenheiten, also auch die Rahmenbedingungen und Formen der Almung bis heute.
Im Zillertal erfolgte die Umstellung auf ökonomisch einträglichere Fettkäseproduktion vergleichsweise spät. In dieser Region lässt sich an besonders vielen Beispielen nachvollziehen, dass die Bedeutung der bewirtschafteten Alm heute als touristische Attraktion, Erholungsangebot und landschaftspflegerische Maßnahme gegenüber der agrarischen Nutzung im Vordergrund steht.
Der Bregenzerwald hat aufgrund spezifischer historischer Gegebenheiten eine ökonomisch starke Tradition der Käseerzeugung entwickelt. Hier hat sich eine spezifische agrarische Wirtschaftsweise entwickelt, die durch eine eigentümliche Form der bäuerlichen Transhumanz gekennzeichnet ist. Für das Zillertal und den Bregenzerwald gilt gleichermaßen, daß allgemeine soziale Entwicklungen, Veränderungen in der Agrarökonomie sowie mikrostrukturell wirksame Innovationen (Zufahrtsstraßen, touristische Einrichtungen, Verwendung von Telekommunikationsmitteln etc.) in der Bewirtschaftung der alpinen Hochflächen ihren Abdruck finden.
Vorgangsweise: Themenorientierte und theoretische Inputs der LehrveranstaltungsleiterInnen; gemeinsames Erarbeiten zentraler Fragestellungen vor Ort; Referate; Diskussion (auch mit lokalen ExpertInnen).
Theoretischer und methodischer Hintergrund: Ansätze der vergleichenden Kulturforschung, „in der Landschaft lesen“, Sachkulturforschung, Tourismusforschung sowie (Diskurs-)Analyse von Medien (z. B. Agrar-Fachzeitschriften, historische Reiseliteratur etc.). Zentral ist Praxeologie.
Voraussetzungen zum Zeugniserwerb: aktive Teilnahme an der Vorbesprechung, Referat im Zuge der Exkursion sowie Abfassen einer kurzen schriftlichen Arbeit (Text des Referats).
Berchtl, Rudolf: Alpwirtschaft im Bregenzerwald (= Innsbrucker geographische Studien, 18). Innsbruck 1991 (2.).
Brugger, Oswald/Richard Wohlfarter: Alpwirtschaft Heute. Graz 1983 (2).
Hobsbawm, Eric: Introduction: Inventing Tradtitions. In: Ders./Terence Ranger: The Invention of Tradition. Cambridge 1983, 1-14.
Hubatschek, Erika: Bauernwerk in den Bergen. Alltag und Leben der Bergbauern in Bilddokumenten aus einem halben Jahrhundert. Innsbruck 1990 (4.).
Lechner, Eva: Tiroler Almen. Porträt der Nord- und Osttiroler Almen-Landschaft. Innsbruck 1998 (2).
Paldele, Bruno: Die aufgelassenen Almen Tirols (= Innsbrucker geographische Studien, 23). Innsbruck 1994.
Beginn: 02. bis 06.07. 2008