645615 Kulturelle Grenzziehungen und Differenzierungen: Ethnografieren und Ethnografie ausstellen. Feldforschung und ihre Präsentation im Museum
Wintersemester 2013/2014 | Stand: 02.10.2013 | LV auf Merkliste setzenAnhand gemeinsam erarbeiteter ethnografischer Fallbeispiele aus dem Bereich muslimischer Bräuche und Riten in Österreich werden die Studierenden zu eigenständigem empirischen Arbeiten unter Einsatz unterschiedlicher Methoden befähigt und anschließend angeleitet, Feldforschungsergebnisse im Museumskontext zu präsentieren.
Sie durchlaufen im Seminar den Forschungsprozess von Themeneingrenzung und Formulierung der konkreten Fragestellung über die Erarbeitung und den Einsatz von Beobachtungsbogen und Interviewleitfaden im Forschungsfeld bis hin zur gemeinsamen Bearbeitung und Diskussion der erhobenen Daten. Anhand von Objekten, die aus der Feldforschung mitgebracht werden, wird anschließend unter Anleitung von Mag. Hanno Platzgummer, Direktor des Stadtmuseums Dornbirn, eine Ausstellung erarbeitet, die im Stadtmuseum Dornbirn gezeigt werden soll.
Die Ethnografie gilt als Herzstück der Ethnologie und spielt auch in der Europäischen Ethnologie eine zentrale Rolle. Die große Stärke von Ethnografie liegt in der Kombination der Beobachtung von menschlichem Handeln, der eigenen Erfahrung der erforschten Praxis, der Teilhabe an sozialen Situationen sowie der Nachfrage von Bedeutungen, subjektiven Sichtweisen und Hintergründen in Gesprächen, Interviews oder Gruppendiskussionen.
Die situative Praxis und das lokale Wissen können nur durch längere oder wiederholte Anwesenheit im Feld, durch anhaltende Kopräsenz von Beobachter und Geschehen einer Analyse zugänglich gemacht werden. Dies wird als teilnehmende Beobachtung bezeichnet, wobei je nach Forschungsfeld die aktive Teilnahme mehr oder weniger stark ausgeprägt ist. Dabei wird weitgehend Vertrautes betrachtet, als sei es fremd, es wird nicht nachvollziehend verstanden, sondern methodisch „befremdet“: es wird auf Distanz zum Beobachter gebracht.
Dieser Balanceakt zwischen Teilnehmen und Befremden wird in der Seminarveranstaltung gemeinsam vollzogen. Die Seminarleiterin führt zu Beginn in die relevanten ethnografischen Fachdebatten ein und stellt beispielhafte Ethnografien vor. Kurzaufenthalte im Feld und Interviewleitfäden werden im Seminar gemeinsam vorbereitet, um muslimische Bräuche in Tirol und Vorarlberg zu erheben. Die Datenauswertung erfolgt teilweise gemeinsam online, unter Zusammenarbeit mit dem Massachusetts Institute for Technology (MIT) in den USA (siehe http://web.mit.edu/aboutmit/). Anschließend werden die Ergebnisse in eine Ausstellung umgesetzt, die im Stadtmuseum Dornbirn präsentiert werden soll. Auch das Museum Telfs hat bereits Interesse an einer Übernahme der möglichen Ausstellung angemeldet.
Im Zentrum der Lehrveranstaltung stehen die gemeinsame Erarbeitung ethnografischer Fallbeispiele und ihre Ausstellung im Museumskontext. Die Basis dafür bilden
a) die Einführung in die geschichtliche Entwicklung ethnografischen Arbeitens und in die relevanten ethnografischen Fachdebatten
b) die Vorstellung beispielhafter Ethnografien
c) begriffliche und methodische Klärungen auf der Basis gemeinsamer Textlektüre
d) die gemeinsame Erstellung von Beobachtungsbögen und Interviewleitfäden für die Feldforschung
e) die praktische Anleitung zur Erstellung einer Ausstellung.
Regelmäßige Anwesenheit und aktive Mitarbeit; Kurzaufenthalt im Feld mit systematischer Beobachtung sowie informellen Gesprächen oder einem Interview; Bericht über Ergebnisse der Feldforschung in der Seminarstunde; gemeinsame Bearbeitung der Felddaten online; Teilnahme an der Erarbeitung einer Ausstellung.
Beer, Bettina: Einleitung: Feldforschungsmethoden. In: Bettina Beer (Hg.), Methoden ethnologischer Feldforschung. Berlin: Dietrich Reimer Verlag 2008, S. 9-36.
Marcus, George: Ethnography in/of the World System: The Emergence of Multi-Sited Ethnography. In: Annual Review of Anthropology 24 (1995), S. 95-117.
|
Gruppe 0
|
||||
|---|---|---|---|---|
| Datum | Uhrzeit | Ort | ||
|
Do 03.10.2013
|
12.00 - 13.30 | 52U109 SR 52U109 SR |
Barrierefrei
Induktionsschleifen für Gehöreingeschränkte
|
|
|
Do 10.10.2013
|
12.00 - 13.30 | 52U109 SR 52U109 SR |
Barrierefrei
Induktionsschleifen für Gehöreingeschränkte
|
|
|
Do 17.10.2013
|
12.00 - 13.30 | 52U109 SR 52U109 SR |
Barrierefrei
Induktionsschleifen für Gehöreingeschränkte
|
|
|
Do 24.10.2013
|
12.00 - 13.30 | 52U109 SR 52U109 SR |
Barrierefrei
Induktionsschleifen für Gehöreingeschränkte
|
|
|
Do 31.10.2013
|
12.00 - 13.30 | 52U109 SR 52U109 SR |
Barrierefrei
Induktionsschleifen für Gehöreingeschränkte
|
|
|
Do 07.11.2013
|
12.00 - 13.30 | 52U109 SR 52U109 SR |
Barrierefrei
Induktionsschleifen für Gehöreingeschränkte
|
|
|
Do 14.11.2013
|
12.00 - 13.30 | 52U109 SR 52U109 SR |
Barrierefrei
Induktionsschleifen für Gehöreingeschränkte
|
|
|
Do 21.11.2013
|
12.00 - 13.30 | 52U109 SR 52U109 SR |
Barrierefrei
Induktionsschleifen für Gehöreingeschränkte
|
|
|
Sa 23.11.2013
|
10.00 - 15.00 | 40601 UR 40601 UR | Barrierefrei | |
|
Do 28.11.2013
|
12.00 - 13.30 | 52U109 SR 52U109 SR |
Barrierefrei
Induktionsschleifen für Gehöreingeschränkte
|
|
|
Do 05.12.2013
|
12.00 - 13.30 | 52U109 SR 52U109 SR |
Barrierefrei
Induktionsschleifen für Gehöreingeschränkte
|
|
|
Do 12.12.2013
|
12.00 - 13.30 | 52U109 SR 52U109 SR |
Barrierefrei
Induktionsschleifen für Gehöreingeschränkte
|
|
|
Do 09.01.2014
|
12.00 - 13.30 | 52U109 SR 52U109 SR |
Barrierefrei
Induktionsschleifen für Gehöreingeschränkte
|
|
|
Sa 11.01.2014
|
10.00 - 15.00 | 52U109 SR 52U109 SR |
Barrierefrei
Induktionsschleifen für Gehöreingeschränkte
|
|
|
Do 16.01.2014
|
12.00 - 13.30 | 52U109 SR 52U109 SR |
Barrierefrei
Induktionsschleifen für Gehöreingeschränkte
|
|
|
Do 23.01.2014
|
12.00 - 13.30 | 52U109 SR 52U109 SR |
Barrierefrei
Induktionsschleifen für Gehöreingeschränkte
|
|
|
Do 30.01.2014
|
12.00 - 13.30 | 52U109 SR 52U109 SR |
Barrierefrei
Induktionsschleifen für Gehöreingeschränkte
|
|
