692032 UE Methoden der Konflikttransformation II: Mapping Resistance, Empowerment, and Social Activism

Sommersemester 2026 | Stand: 08.01.2026 LV auf Merkliste setzen
692032
UE Methoden der Konflikttransformation II: Mapping Resistance, Empowerment, and Social Activism
UE 2
5
Block
jährlich
Englisch

Nach Abschluss der einwöchigen Übung sind Studierende in der Lage,

  • anthropologische Konzepte von Macht, Widerstand, Agency und moralischer Ökonomie zu identifizieren und auf reale soziale Bewegungen sowie auf die eigene Position anzuwenden
  • grundlegende ethnografische Forschungsmethoden anzudenken, einschließlich Beobachtung, Feldnotizen und Kartierung von Widerstandspraktiken
  • multimodale Formen des Widerstands zu analysieren, darunter Wandmalereien, verkörperter Protest, digitaler Aktivismus und bewaffneter Widerstand
  • gewaltsame, gewaltfreie, symbolische und verkörperte Formen des Widerstands in historischen und zeitgenössischen Kontexten zu verstehen, zu vergleichen und kritisch zu analysieren
  • ethische Fragestellungen in der Erforschung von Widerstand zu reflektieren, einschließlich der eigenen Positionierung sowie moralischer und ethischer Aspekte dekolonisierender und pluriversaler Gerechtigkeitsbewegungen
  • ethische Debatten zu Gewalt und Gewaltfreiheit kritisch zu bewerten
  • empirische Daten und theoretische Ansätze zu reflektierten Analysen sozialer Bewegungen zu synthetisieren

Dieser Workshop führt Studierende in anthropologische und friedenswissenschaftliche Perspektiven auf Widerstand, Empowerment und soziale Gerechtigkeit ein. Der Kurs ist stark interaktiv und forschungsorientiert angelegt. Untersucht werden alltägliche und organisierte Formen des Widerstands – gewaltfrei, kulturell, symbolisch, verkörpert und in ausgewählten Fällen bewaffnet. Anhand historisch situierter und generationenübergreifender Fallstudien analysieren die Studierenden verkörperte, symbolische, räumliche und relationale Handlungsformen.

Die einwöchige Übung verbindet theoretische Konzepte, praxisnahe Mapping-Methoden, Fallstudien sowie eine mini-ethnografische Feldforschung. Im Verlauf des Workshops bewegen sich die Studierenden von theoretischen und historischen Grundlagen über vergleichende Fallanalysen hin zu angewandter empirischer Forschung und Synthese.

Behandelt werden unter anderem Fallbeispiele zu gewaltfreiem symbolischem Widerstand (z. B. Murals und performative Aktionen), alltäglichem Widerstand gegen epistemische und strukturelle Gewalt, bewaffneten Widerstandsbewegungen wie IRA und ETA sowie zeitgenössischen Bewegungen wie Black Lives Matter (eingeordnet in den breiteren Kontext der Bürgerrechtsbewegung und des Panafrikanismus). Weitere Themen sind Umweltaktivismus (Greenpeace, Sea Shepherd, Extinction Rebellion), verkörperter Straßenaktivismus, Erinnerungspolitik und Geschlecht (z. B. Madres de Plaza de Mayo und HIJOS) sowie Jugend-Empowerment (Fridays for Future).

Der Kurs thematisiert die Schnittstelle von Theorie und Praxis des Widerstands, ethische Dilemmata zwischen gewaltsamen und gewaltfreien Strategien und vermittelt praktische Erfahrungen in empirischen Forschungsmethoden wie Feldbeobachtung, Mapping und ethnografischer Analyse. Ein besonderer Fokus liegt auf moralischer und ethischer Reflexion: Wie entsteht Widerstand? Unter welchen Bedingungen formiert er sich? Wie werden Gewalt und Gewaltfreiheit legitimiert und welche Konsequenzen haben sie?

Die Studierenden erwerben dadurch die Fähigkeit, Widerstandspraktiken, zivilgesellschaftlichen Aktivismus, gewaltfreien und bewaffneten Widerstand sowie Empowerment aus post-/dekolonialer, geschlechterkritischer, antirassistischer und kritisch-analytischer Perspektive fundiert zu diskutieren.

Dauer: 4 Tage à 5 Stunden + 1 Tag Feldforschung

Der Kurs kombiniert interaktive Vorlesungen mit praxisorientierten Gruppenübungen zur Entwicklung ethnografischer und analytischer Kompetenzen. Die theoretische Grundlage wird durch einschlägige Literatur vermittelt und anhand von Fallstudien vertieft. Methoden umfassen u. a. Concept Decoding, Power Cartographies, Genealogien des Widerstands und ethische Spektrumanalysen. Ein Selbstlerntag ermöglicht eigenständige mini-ethnografische Forschung. Film- und Medienanalysen ergänzen die empirische Arbeit.

Während des Workshops (60 %): Aktive Teilnahme an Übungen, Diskussionen und Fallstudien; Erstellung von Feldnotizen, empirischem Material und einer vorläufigen Widerstandskarte; Mitarbeit an analytischer Synthese und Diskussion ethischer Fragestellungen.

Nach dem Workshop (40 %): Reflexionsarbeit (1.500 Wörter).


Die Literatur (u. a. von James C. Scott, Lila Abu-Lughod, Michel-Rolph Trouillot, Dominique Thomas, Gene Sharp, Martin Luther King Jr., Donna Goldstein, Nancy Scheper-Hughes, Philippe Bourgois, Carolyn Nordstrom, Arturo Escobar, Robert Hunter u. a.) wird vor und während des Workshops bekannt gegeben. Jede*r Studierende erhält einen Text zur vorbereitenden Lektüre.

Der Workshop findet vom 9.–13. März 2026 statt. Die korrekten Uhrzeiten und Orte sind:

  • Montag, 9.3.2026: 09:30–12:30 und 14:00–17:00 (Haus der Begegnung)
  • Dienstag, 10.3.2026: 09:30–12:30 und 14:00–17:00 (Haus der Begegnung)
  • Mittwoch, 11.3.2026: 13:00–16:00 Selbstlernen / Mini-Feldforschung
  • Donnerstag, 12.3.2026: 09:30–12:30 und 14:00–17:00 (Haus der Begegnung)
  • Freitag, 13.3.2026: 10:00–12:30 und 13:30–16:30 (UIBK)

Sprache: Englisch; (SDG 16 – Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen)

09.03.2026
  • SDG 16 - Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen: Friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen
Gruppe 0
Datum Uhrzeit Ort
Mo 09.03.2026
09.30 - 12.30 Auswärtiger Ort Auswärtiger Ort Haus der Begegnung
Mo 09.03.2026
14.00 - 17.00 Auswärtiger Ort Auswärtiger Ort Haus der Begegnung
Di 10.03.2026
09.30 - 12.30 Auswärtiger Ort Auswärtiger Ort Haus der Begegnung
Di 10.03.2026
14.00 - 17.00 Auswärtiger Ort Auswärtiger Ort Haus der Begegnung
Mi 11.03.2026
13.00 - 16.00 Auswärtiger Ort Auswärtiger Ort City Mapping IBK
Do 12.03.2026
09.30 - 12.30 Auswärtiger Ort Auswärtiger Ort Haus der Begegnung
Do 12.03.2026
14.00 - 17.00 Auswärtiger Ort Auswärtiger Ort Haus der Begegnung
Fr 13.03.2026
10.00 - 12.30 Seminarraum 1 (Innrain 52a) 01M030 Seminarraum 1 (Innrain 52a) 01M030 Barrierefrei
Fr 13.03.2026
13.30 - 16.30 Seminarraum 3 (Innrain 52a) 01K010 Seminarraum 3 (Innrain 52a) 01K010 Barrierefrei