720380 SE Vertiefung in spezifischen Themen der humanisierungsorientierten Arbeits- und Organisationspsychologie

Sommersemester 2026 | Stand: 17.12.2025 LV auf Merkliste setzen
720380
SE Vertiefung in spezifischen Themen der humanisierungsorientierten Arbeits- und Organisationspsychologie
SE 2
5
Block
jährlich
Deutsch

- Die Student*innen verstehen die Begriffe Aktivismus, Soziale Bewegungen, Ehrenamt, Außerparlamentarismus und Parlamentarismus

- Die Student*innen kennen empirische Evidenz zu aktivistischem Wohlbefinden

- Die Student*innen verstehen Herausforderungen und Ressourcen von Aktivismus für das Wohlbefinden der Aktivist*innen

- Die Student*innen verstehen den Bezug von Kollektiver Identität und Aktivismus

- Die Student*innen können Erkenntnisse der Organisationspsychologie auf aktivistische Gruppen und soziale Bewegungen anwenden

- Die Student*innen können Grenzen und Möglichkeiten der Anwendung arbeits- und organisationspsychologischer Erkenntnisse auf Aktivismus und Soziale Bewegungen analysieren

- Die Student*innen können ihre eigene Position bzgl. Aktivismus und sozialem Wandel reflektieren (Lernziel: Bewerten)

- Die Student*innen können aus dem Seminar Schlüsse ziehen für ihr zukünftiges Handeln und reflektieren selbstständig ihre Rolle als Psycholog*innen und Mitglieder der Gesellschaft

- Die Student*innen üben, sich in der Seminargruppe als Community of Practice zu verstehen. Diese Community of Practice soll die Möglichkeit geben, in einem möglichst fehlerfreundlichen Raum zu lernen, zu diskutieren, und zu hinterfragen. (Lernziel: Erschaffen)

Die Lernziele sind eingeordnet nach der Lernzieltaxonomie von Anderson & Krathwohl (2001)

In diesem Seminar beschäftigen wir uns aus arbeits- und organisationspsychologischer Perspektive mit den Themen Aktivismus und sozialen Bewegungen. Dafür wird zu Anfang ein erweiterter Arbeitsbegriff zur Verfügung und Diskussion gestellt. Auch werden zu Beginn grundlegende Begriffe wie Aktivismus, soziale Bewegungen, Ehrenamt, außerparlamentarischer und parlamentarischer Aktivismus erarbeitet. Neben arbeits- und organisationspsychologischer Literatur werden im Seminar auch sozialpsychologische Perspektiven und Ansätze herangezogen (z.B. zu Kollektiver Identität).

Im Seminar analysieren die Teilnehmer*innen, wie die Prinzipien der Arbeits- und Organisationspsychologie aber auch aus der Sozialpsychologie auf aktivistische Gruppen angewendet werden können. Sie lernen, Grenzen und Möglichkeiten der Übertragung dieser Erkenntnisse zu erkennen und zu diskutieren. Im Seminar wird bei dieser Analyse beispielsweise konkret die empirische Evidenz zu aktivistischem Wohlbefinden thematisiert. Dabei lernen die Studierenden, wie sich Engagement in sozialen Bewegungen auf die psychische Gesundheit auswirkt/ auswirken kann. Spezifische Herausforderungen und Ressourcen, die Aktivismus für das Wohlbefinden der einzelnen Aktivist*innen mit sich bringen kann, werden hierbei kritisch beleuchtet.

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Seminars ist die Reflexion der eigenen Position zum Thema Aktivismus und sozialem Wandel. Die Studierenden werden ermutigt, ihre eigenen Ansichten zu erkennen und zu hinterfragen. Gleichzeitig werden wir unter Einbezug humanistischer Herangehensweisen gemeinsam die gesellschaftliche Rolle von Psycholog*innen reflektieren.

Das Seminar fördert auch den Aufbau einer „Community of Practice“, in der ein sicherer Raum geschaffen wird, um Ideen auszutauschen, zu lernen und sich gegenseitig zu unterstützen.

Das Seminar wird so aufgebaut, dass die Gestaltung ein dialogisches Lernen ermöglicht. Im Seminar soll das Lernen trotz der Hierarchie zwischen der Seminarleitung und den Student*innen soweit wie möglich auf Augenhöhe stattfinden. Dafür nehme ich die Erfahrungen und Erwartungen der Student*innen ernst und ermögliche uns gegenseitiges formatives Assessment.

Im Seminar wird dabei eine Vielfalt an Methoden eingesetzt, die dialogisches Lernen genauso fördert wie verschiedene Zugänge zur Thematik und die Entstehung einer 'Community of Practice' innerhalb der Seminargruppe.

Das Seminar findet in zwei Blöcken statt (Fr & Sa). Dadurch werden ein intensives inhaltliches Arbeiten und eine gemeinschaftliche Lernatmosphäre ermöglicht. Dazwischen gibt es eine Phase, die genutzt wird  zur Erarbeitung der Prüfungsleistung. Das Format des Blockseminars wird unterstützt durch eine Online Einheit vor dem ersten Präsenzblock sowie eine Video-Einheit zwischen den beiden Präsenzblöcken.  

Beispielhafte Methoden, die im Seminar Anwendung finden werden: Impulsvorträge der Seminarleitung, Diskussionen in Kleingruppen, Textarbeit in Kleingruppen, Phasen der Selbstreflexion, Murmelrunden (zu zweit, um Partizipation Vieler zu ermöglichen, bevor eine Plenumsdiskussion eröffnet wird), Plenumsdiskussionen (frei, aber auch mit konkretem Rahmen wie z.B. Talkshow Format), die Arbeit mit Fallvignetten u.a.

Die Prüfung wird aus einem Lerntagebuch sowie einer kurzen studentisch angeleiteten Interaktion im Seminar bestehen. Die konkrete Ausgestaltung wird im Seminar erläutert.  

Die Literatur des Seminars setzt sich zusammen aus Literatur zur Organisationsstruktur aktivistischer Gruppen, Wohlbefinden von Aktivist:innen und grundlegenden arbeits- und organisationspsychologischen Impulsen. Beispielhaft: 

 

Ayanian, A. H., Tausch, N., & Saab, R. (2024). Social Psychological Processes Underlying Collective Action in Repressive Contexts: What We Know and Ways Forward for Future Research. Resistance to Repression and Violence: Global Psychological Perspectives, 25.

Chen, C. W., & Gorski, P. C. (2015). Burnout in social justice and human rights activists: Symptoms, causes and implications. Journal of Human Rights Practice, 7(3), 366–390.

Curtin, N., & McGarty, C. (2016). Expanding on psychological theories of engagement to understand activism in context (s). Journal of Social Issues, 72(2), 227-241.

Flesher Fominaya, C. (2019). Collective Identity in Social Movements: Assessing the Limits of a Theoretical Framework. In D. A. Snow, S. A. Soule, H. Kriesi, & H. J. McCammon (Eds.), The Wiley Blackwell Companion to Social Movements (2nd ed., S. 431–445). John Wiley & Sons Ltd. https://doi.org/10.1002/9781119168577.ch24

Gulliver, R., Wibisono, S., Fielding, K. S., & Louis, W. R. (2021). The Psychology of Effective Activism. Cambridge: Cambridge University Press.

Klar, M., & Kasser, T. (2009). Some benefits of being an activist: Measuring activism and its role in psychological well-being. Political Psychology, 30(5), 755–777.

Kanning, U. P., & Staufenbiel, T. (2011). Organisationspsychologie. Hogrefe Verlag GmbH & Company KG.

Moyer, B., MacAllister, J., & Soifer, M. L. F. S. (2001). Doing democracy: The MAP model for organizing social movements. New Society Publishers.

Röllmann, L. F., Weiss, M., & Zacher, H. (2024). Debate and well-being in self-managed groups: The moderating role of divergent status perceptions. Current Psychology, 43(10), 8989–9004.

Sonntag, K. (2016). Personalentwicklung in Organisationen: Psychologische Grundlagen, Methoden und Strategien. Hogrefe Verlag GmbH & Company KG.

Vestergren, S., Drury, J., & Hammar Chiriac, E. (2019). How participation in collective action changes relationships, behaviours, and beliefs: An interview study of the role of inter-and intragroup processes. Journal of Social and Political Psychology, 7(1).

siehe Termine
Gruppe Anmeldefrist
01.02.2026 00:00 - 21.02.2026 23:59
Hinweis:

Sie müssen für jede Lehrveranstaltung dieses Bereichs Ihre Präferenz abgeben!!

Aufgrund der Präferenzvergabe wird eine möglichst gerechte Verteilung per Zufall unter der Berücksichtigung Ihrer Präferenzen gewährleistet!

Überprüfen Sie unbedingt Ihre Anmeldung in LFU:online. Alle Prüfungen, die bis zum Ende der Anmeldefrist elektronisch erfasst worden sind, werden automatisch bei der Seminarplatzvergabe berücksichtigt.

Ausführliches können Sie auf unserer Homepage nachlesen.

------------

Spätestens im Laufe des 23.02.2026 finden Sie Ihre bearbeiteten Anmeldungen in LFU:online im Bereich "meine LV Anmeldungen".

Röllmann L.